Kurznachrichten

KDA Lübeck: "Arbeit 4.0 - Digitalisierung in der Arbeitswelt", 01.03.2017

Die Digitalisierung von Arbeit und Gesellschaft ist das Thema einer neuen Veranstaltungsreihe des Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (KDA) Lübeck. Nächster Termin ist am 1. März 2017 im Rahmen der Lübecker Armutskonferenz.

Der technische Fortschritt bietet neue Möglichkeiten vernetzter Welten. Das Arbeiten in der Cloud macht in einigen Bereichen die persönliche Anwesenheit im Büro oder Meeting überflüssig. Teilaufgaben eines Betriebes werden an externe Fachleute abgegeben – immer mehr Unternehmen nutzen das sogenannte Crowdsourcing. Klassischer Betriebsstrukturen lösen sich auf. Supermärkte setzen auf Selbst-Scan-Kassen, die Mitarbeiter helfen nur bei Fragen oder Schwierigkeiten weiter. Online-Banking ersetzt in weiten Bereichen den Weg in die Bankfiliale.

Eine Revolution – doch der KDA Lübeck stellt in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein, verdi Nord, DGB Schleswig-Holstein Südost  die Frage: „Für wen?“ „Arbeit 4.0“ nimmt sich dem Thema an fünf Terminen in Lübeck an.

Beginn ist am Donnerstag, 13. Oktober 2016 um 19 Uhr im Theater Combinale, Hüxstraße 115. Die Überschrift lautet „Um was es bei der Digitalisierung geht“. Karl-Heinz Brandl ist Leiter der Abteilung Innovation und Gute Arbeit der ver.di Bundesverwaltung. Er referiert zusammen mit PD Dr. Ralf Ptak, Volkswirt des KDA der Nordkirche. Risiken und Chancen gleichermaßen werden an diesem Abend aufgezeigt.

Am Mittwoch, 2. November 2016 heißt es „Eine neue Revolution? Industrie 4.0“ um 19 Uhr im Theater Combinale. Die Vision einer Produktion in menschenleeren Fabriken aus den 1980-er Jahren wird Realität. Auch hier durchdringt die Digitalisierung klassische Arbeitsprozesse. Die Industrie selbst setzt diese Trends, die in fast allen Produktions- und Dienstleistungsbranchen Einzug halten. Birgit Dietze, Volkswirtin und Juristin ist VW-Betreuerin des Vorstands der IGM und Arbeitnehmervertreterin des Aufsichtsrates. Sie referiert zusammen mit Prof. Dr.-Ing. Peter Brödner, Honorarfprofessor an der Uni Siegen.

Am Montag, 5. Dezember 2016 findet „Arbeit 4.0“ um 19 Uhr im cloudsters Lübeck, Braunstraße 1-3, statt. „Digitalisierung total – wie einzelne Arbeitsbereiche und Branchen erfasst werden“ lautet das Thema. Neue Begriffe wie „Crowdworking“ machen die Runde. Gemeint sind durch Digitalisierung verbundene Netzwerke, die außerhalb klassischer Betriebe Produkte und Dienstleistungen erstellen. Die mögliche neue Freiheit flexibler, selbstbestimmter Arbeit entpuppt sich bei genauer Betrachtung als Gefahr eines Geflechts alter, sozial ungeschützter Abhängigkeiten. Referenten des Abends Wolfram Kroker, Beauftragter für Innovation und Technologie, Handwerkskammer Lübeck und Gudrun Neuper, Betriebswirtin und Sozialwissenschaftlerin, cloudsters Lübeck.

Im Jahr 2017 geht die Reihe „Arbeit 4.0“ im März weiter. Im Rahmen der Lübecker Armutskonferenz heißt das Thema am Mittwoch, 1. März 2017 „Digitale Arbeit und der Sozialstaat“. Der Politikwissenschaftler PD Dr. Sebastian Haunss von der Uni Bremen ist als Referent angefragt. Außerdem kommen Vertreter der Diakonie stellvertretend für Wohlfahrtsverbände zu Wort. Beginn ist um 16 Uhr in der Handwerkskammer Lübeck, Breite Straße 10.


Den Abschluss der Reihe „Arbeit 4.0“ bildet eine Podiumsdiskussion. Die Digitalisierung soll aus einer gesamtgesellschaftlichen und politischen Perspektive diskutiert werden. Thilo Weichert, ehemaliger Datenschutzbeauftragter des Landes SH und Oliver Suchy vom DGB Bundesvorstand sowie Vertreter der Arbeitgeber und des Sozial-/Arbeitsministeriums sitzen auf dem Podium. Ort und Termin werden noch bekannt gegeben.